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Die Orgel der ev. Stadtkirche zu Tann/Rhön

Im Jahre 1971 wurde die neue Orgel der Stadtkirche zu Tann eingeweiht. Das Instrument wurde im ersten Bauabschnitt, ohne das vorgesehene III. Manual (Schwellwerk), von dem Rothenburger Orgelbauer Dieter Noeske entworfen und gebaut. Für die Stadtkirche hatte Kantor Manfred Kroh, Fulda, eine Disposition mit 36 Registern, verteilt auf drei Manuale und Pedal, ausgearbeitet, von der aus Kostengründen nur 26 Register realisiert werden konnten. Im Jahr 1998 befasste sich der Kirchenvorstand unter Vorsitz von Pfarrer Johann Rüppel erneut mit der Fertigstellung der Orgel.

Orgel Stadtkirche

Bei der erneuten Ausschreibung 1999 - eine hessische, eine fränkische und eine sächsische Firma wurden um Angebote gebeten - war die Rhöner Orgelbaufirma Hoffmann aus Ostheim die innovativste und gleichzeitig günstigste und erhielt daher am 29. Juli 1999 den Auftrag. Nach Beratung durch den Orgelsachverständigen Klaus Vogt (Brachttal-Schlierbach), wurde die Klangkonzeption geändert und das Klangbild des Schwellwerks an der deutschen Orgelromantik, wie sie sich im Umfeld der Rhön und Thüringens ausgeprägt hatte, orientiert. Im Zuge dieser neuen Konzeption wurde die Pedaldisposition geändert und ein neuer Prinzipalbass 16' hinzugefügt. Von besonderer Bedeutung war die sorgsame Gesamtintonation des Instrumentes, bei der der barock orientierte Klang der Kernorgel mit dem Klang des romantischen Schwellwerkes zusammengeführt werden sollte.

Da sich im Bereich der elektrischen Registeranlage nach ca. 30 Jahren technische Probleme zeigten, war es angebracht im Zuge der Maßnahmen die Registratur auf den Stand der heutigen Technik zu bringen. Die Orgelbaufirma führte folgende Umbau und Erweitungsarbeiten aus:
  • Ausbau des Pfeifenwerks der vorhandenen Orgel, Reinigung des Instrumentes in allen Teilen, Überprüfung der Spielfunktionen.
  • Umbau des Orgelgehäuses mir klangdurchlässigen Füllungen auf den Pedalabdeckungen und im Untergehäuse.
  • Stabilisierung des Fußbodens im Turmbereich hinter der Orgel.
  • Bau einer Schleiflade für das III. Manual mit 10 Registern und einem Tonumfang von C-g4. Fertigung eines hochgesetzten Schwellwerkes mit dreiteiliger Schwelljalousie und 3 Schwelldeckeln, die elektrisch vom Schwelltritt aus bedient werden. Einbau des Schwellwerkes hinter dem Orgelgehäuse mit Anschluss der mechanischen Spieltraktur am das III. Manual: Im Unterbau des Schwellwerkes wurde der Regulierbalk eingebaut.
  • Bau eines neuen Prinzipalbass 16' aus Kiefernholz einschließlich Windladen mit mechanischer Spieltraktur. Aufstellung des Prinzipalbass 16' rechts und links neben dem Schwellwerk hinter den Bereichen des vorhandenen Pedalwerkes.
  • Umbau der Spielanlage mit Erneuerung des Registrieranlage, die in das linke Tableau eingefügt und mit einem 4000fachen elektronischen Setzer ausgestattet wurde. Die Steuerung des Setzers erfolgt über Leuchtdruckknöpfe, die unter dem I. Manual montiert sind sowie über Sequenzer im rechten Tableau und als Piston. Die Register und Koppeln werden über Wippentaster geschaltet, die drei Pedalkoppeln erhielten zusätzlich einen Fußdruckschalter. Für die elektrisch gesteuerten Koppeln III/II, III/I, Sub III/II, Super III/II und III/P wurden neue Federkontakte unter den tasten eingebaut, da die vorgesehenen Kontakte nicht mehr zu verwenden waren. Die Stellung der Schwelljalousien kann an zwei Displays abgelesen werden.
  • Das Schwellwerk und das Brustwerk wurde mit neuen Tremulanten ausgestattet, dessen Frequenzen am Spieltisch eingestellt werden können.
  • Im Hauptwerk wurde ein Cymbelstern mit 6 Schalenglocken eingebaut.
  • Die Pedaldisposition wurde geändert. Für die Register Basssequialtera 5 1/3' + 3 1/5' und Hohlflöte 2' wurde ein Violoncello 8' und ein Choralbass 4' eingebaut.
  • Die gesamte technische Anlage wurde auf die Funktionsfähigkeit überprüft und nachreguliert. Die Spieltraktur des III. Manuals wurde im Stil der vorhandenen Traktur gebaut.
  • Die Gesamtintonation des Werkes stellte eine besondere Herausforderung an den Intonateur dar. Das vorhandene neobarocke Klangbild wurde grundtöniger und voluminöser angelegt, um die klangliche Einbindung des romantischen Schwellwerkes und einen geschlossen Gesamtklang zu erreichen.

Nach dem Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen verfügt die Orgel auf Haupt-, Brust-, Schwell- und Pedalwerk über 37 Register mit insgesamt 2629 Pfeifen aus verschiedenen Zinnlegierungen und Edelhölzern. Mit dem neuen Schwellwerk wurde das Instrument um 848 Pfeifen erweitert. Die Verbindung von den 198 Tasten zu den Spielventilen der einzelnen Teilwerke erfolgt mechanisch über Holzabstrakten, Wippen, Winkel und Wellen. Für den Anschluss der mechanischen Spieltraktur des Schwellwerkes wurden ca. 310m Abstraktenverbindungen erforderlich. Die moderne Registeranlage wurde mit einem elektronischen Setzer ausgestattet, der es ermöglicht, 4000 Klangkombinationen einzuspeichern und mittels Knopfdruck abzurufen. Mit dieser Anlage können die Klangkombinationen kompletter Konzertprogramme gespeichert und vom Organisten bzw. einem Registranten eingeschaltet werden. Die neue Sub- und Superkoppeln III/II verstärken zusätzlich den Klang des Schwellwerkes durch die Kopplung der unteren und oberen Oktave. Zwei neue Tremulanten im Schwell- und im Brustwerk beleben des Klang der Register und können in der Frequenz vom Spieltisch aus reguliert werden. Mit den 6 Schalenglocken des Cymbelsterns im Hauptwerk wurde eine neue Klangmöglichkeit geschaffen.

Die klangliche Konzeption der Orgel wurde mit den Orgelsachverständigen Klaus Vogt ausgearbeitet. Wesentlich für die Klanggestaltung war eine voluminöse Hauptstimmlage mit tragfähigen, runden Tutti- und klarem Plenumklang, aufgebaut auf einer Vielzahl solistisch verwendbarer Einzelstimmen. Die speziell für die akustischen Raumverhältnisse der Stadtkirche geschaffenen Orgelpfeifen wurden nach Mensurvorlagen der Orgelbauwerkstatt (um 1870) gefertigt. Sie verfügen in den einzelnen Registern über ein ausgeprägtes, individuelles Klangbild und sind außerdem in Verbindung mit anderen Registern misch- und wandlungsfähig. Im Rahmen der vorgegebenen Registerzahl bietet das Instrument vom zarten Pianoklang bis zum voluminösen Tutti eine breit angelegte Palette von Klangmöglichkeiten, die der Organist entsprechend den liturgischen und konzertanten Erfordernissen einsetzen kann.

Orgel

 

 

 

 

 

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